Schweigepflicht in der täglichen Praxis

 

Ein Verstoß gegen die berufliche Schweigepflicht kann schnell strafrechtliche relevant werden und sogar Schadensersatzansprüche auslösen. Der Arzt ist daher gut beraten, wenn er nicht nur im Anstellungsvertrag seiner Sprechstundenhilfe deren Verschwiegenheitspflicht regelt. Vielmehr sollte er im Rahmen der täglichen Praxis darauf achten, dass die Schweigepflicht sichergestellt ist. Eine Dienstanweisung kann hier die Dokumentation der Überwachung wesentlich erleichtern. Geregelt werden könnte etwa der Umgang mit eingehenden Anrufen, die leicht im Warteraum verfolgt werden können; die Sicherung der Zugänge zur elektronischen Medien der Datenverarbeitung bewahrt vor unberechtigten Zugriffen oder Einblicken; etc. Zu bedenken ist aber auch der sensible Umgang mit Patientenakten, etwa minderjähriger oder verstorbener Patienten oder gar im Falle des Praxisverkaufs. Bei auftretenden Unsicherheiten lohnt sich eine anwaltliche Beratung.