Praxisnachfolge oder Praxisneugründung?

 

Niedergelassene Ärzte bevorzugen ganz überwiegend die Übernahme einer bereits bestehenden (am besten: gut eingeführten) Praxis.

 

Der Hauptgrund ist klar: da wo Zulassungsbeschränkungen für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten bestehen, sind Zulassungen nur im sogenannten Nachbesetzungsverfahren zu erhalten. Dies wiederum setzt die Fortführung eines bestehenden Vertragsarztsitzes voraus (so § 103 Abs. 4 SGB V: "... Unter mehreren Bewerbern, die die ausgeschriebene Praxis als Nachfolger des bisherigen Vertragsarztes fortführen wollen, hat der Zulassungsausschuß den Nachfolger nach pflichtgemäßem Ermessen auszuwählen.").

 

Aber auch sonst (bei reinen Privatpraxen oder außerhalb von zulassungsbeschränkten Gebieten) sprechen gewichtige Gründe für eine Praxisübernahme:

  • Übernahme des bestehenden Patientenstamms
  • Einkünfteerzielung bereits mit Übernahme der Praxis (oft anders in der Gründungsphase einer neuen Praxis)
  • keine langen Anlaufkosten und
  • geringerer (oder kein) Investitionsbedarf.

 

 

Dr. Martin Dimieff, Rechtsanwalt in Rostock