Bewerbungsgespräch: Wonach darf der Arzt fragen?

Natürlich muss der potentielle Arbeitgeber einen Bewerber befragen dürfen, um feststellen zu können, ob dieser geeignet ist.

 

Es gibt aber Tabus: Nach der Rechtsprechung sind nur die Fragen zulässig, bei denen das betriebliche Interesse in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht des Bewerbers überwiegt. Es muss ein unmittelbarer Sachzusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit bestehen.

 

Problematisch sind Fragen nach Religion und Weltanschauung, der Herkunft, der sexuellen Identität, den Vermögensverhältnissen, bestehenden Vorstrafen und laufenden Ermittlungsverfahren, ggf. auch der Gesundheit, Schwangerschaft und (nicht ersichtlichen) Behinderungen. Ob diese Fragen zulässig sind, ist stark vom Einzelfall abhängig.

 

Strenger ist die Rechtsprechung bei der Frage, ob der Bewerber von sich aus bestimmte Umstände offenbaren muss, auch wenn er nicht gefragt wird. Das ist nur dann der Fall, wenn Umstände gegeben sind, die die Erfüllung der arbeitsvertraglichen Leistungspflicht unmöglich machen bzw. für den potentiellen Arbeitsplatz von ausschlaggebender Bedeutung sind. 

 

Dr. Martin Dimieff, Rechtsanwalt (Rostock)